art momenti Kunst die bewegtart momenti kunst die bewegt
 Home | Künstler | Kontakt | about me
"Fotographier' nur das, was man sonst nicht fotographiert!" - Diesen Ratschlag der Künstlerin Marina v. Ketteler vor meiner ersten Foto-Tour an Oster 2006 beherzige ich bis heute. Dieser eine Satz enthält mein komplettes "künstlerisches Programm".

Meine Fotographie steht in bewußter Opposition zur kanonischen Fotographie mit ihren Lehrbüchern über Bildaufbau, Belichtung und Tiefenschärfe, den "anerkannten Regeln des Fachs", und ihren Moden. Ich will das sehen und zeigen, was man eben sonst nicht sieht, und nicht zeigt. Nur dort finde ich mich selbst - nur an Motiven, die eigentlich überhaupt keine sind, erwächst für mich so etwas wie eine eigene künstlerische Kreativität. Durch unsere regelmässig fremdbestimmte optische Umwelt wird unser Blick viel zu sehr zum Design, zum Künstlichen (ab-)gerichtet, "gestylt" und verfremdet - die stille Würde des Normalen und Alltäglichen geht verloren.

Ich versuche, diese Ästhetik des Normalen und Banalen aufzusuchen, aufzuspüren, zu entdecken und zu zeigen. Ich fotographiere dort, wo ich gehe und stehe - in meinem ganz normalen Lebensumfeld. Die Menschen, die ich fotographiere, sind die Menschen um mich herum, ihre Gestik und Mimik unterscheidet sich in nichts von der ihres gewöhnlichen Alltagslebens. Mit Inszenierungen gehe ich nur äusserst sparsam um - mir ist es lieber, wenn ich sie nicht brauche. An meinen Motiven verändere ich grundsätzlich nie etwas - ich fotographiere die Dinge so, wie sie stehen und liegen. Meine Bilder sind für mich der Versuch, einen von Regelwerken und Moden, Sujets und Genres unabhängigen, eigenen ästhetischen Zugang zu meiner Lebenswelt zu finden - und mein Wunsch wäre es, den Betrachter ebenfalls dazu zu motivieren. "Alles ist Kunst ! Jeder ist Künstler!" sprach der Kunstlehrer Josef Beuys; dieser seiner Aufforderung will ich für meinen Teil Folge leisten.

Meine Bilder sind immer Schnappschüsse. Es wird nie geplant, gemessen, und berechnet, sondern draufgehalten und abgedrückt. Technische Perfektion wird gar nicht erst angestrebt - Fehlerhaftigkeit gegenüber den orthodoxen Inszenierungsregeln der kanonischen Fotographie bewußt inkauf genommen. Technisch ist jeder Hobbyfotograph besser, als ich es je sein werde. Meinen Bildern entstehen auch niemals in der Absicht, irgendetwas "zum Ausdruck bringen" zu wollen. Wenn es einen Ausdruck in ihnen gibt - dann ist es der Ausdruck der schon in den Motiven selbst gelegen hat, und den ich habe festhalten können. Ich sehe Menschen und Dinge - und ich knipse sie. Ich bemühe mich dabei lediglich um einen einfachen, klaren Bildaufbau anhand von einigen wenigen, deutlich erkennbaren Linien.

"Das Leben ist in Farbe - aber Schwarzweiß ist realistischer!" läßt Wim Wenders seinen Kollegen Sam Fuller in dem Film "Der Stand der Dinge" sagen - und darum arbeite ich lieber in Schwarzweiß, als in Farbe. Meine SW-Filme werden im Großlabor entwickelt und digitalisiert, mit einfachen Bildbearbeitungsprogrammen, wie sie beim Computer, bei der Digitalkamera dabei waren, manchmal ein wenig nachbearbeitet: Am Bildausschnitt, den Kontrasten und der Helligkeit gibt es zuweilen was zu feilen, manchmal was zu drehen - das war's aber auch meistens schon.

Ich fotographiere mit einer 1996 neu gekauften, analogen Canon EOS 500 N mit Standart-Zoom 28-80 mm, dann kam versuchsweise eine digitale Kodak Z650, die im Januar 2007 durch eine Canon EOS 350 D mit Standart-Zoom 18-55 mm abgelöst worden ist.

Im Mai 2007 hat mir die Evangelische Akademie Baden einen 3. Preis im Rahmen ihres Fotowettbewerbes "Spuren des Religiösen" zuerkannt - eine willkommene Aufmunterung. In meinem Wohnort Meiningen in Thüringen gibt es dagegen keinerlei Möglichkeit, meine Fotographien zu zeigen - das hier stets vorausgesetzte, gepflegte Weltniveau werde ich nie erreichen.

Künstler - Fotografie - Peter Kronenberger
Bilder |
Back
Nach Oben
© by Art momenti 2005 - 2007