Vereint
Am Ende eines Tages,
zieht die Verliebtheit, wie Kraniche
in weiten Schwüngen über den See der Liebe.
Die Wolken, die den Federgleichen anerkannt,
tanzen in Licht und Besonnenheit,
um die Wette und eilen auf gleiche Höhe.
Der schöne Himmel, der zur Nacht beflogen,
schenkt in Eile im vergehenden Wind,
das Wiegen zweier liebender Arme.
Und wie im Fluge vergeht die Nacht
und entfährt das Blau des Nichts
auf das Rot der Lippen durstig.
Am Ende einer verfallenden Nacht,
trennt sich der Mond von der Sonne,
im streichelnden Regen, vereint.
© Silke Klaassen- Boehlke
Jahreszeiten
Um die Zeitabschnitte,
die die Seele im Leben durchstreift,
in vollen Schönheiten zu erleben,
darf der Ballast des Gegengefühles,
dem Erdboden nicht gleich gemacht werden.
Kostbarkeiten werden nicht aus dem Boden gestampft.
Sie finden im Guten, wie im Bösen,
den Weg zum Geist allein zurück,
um im Seelenspiegel der Zeit
das Dasein zurückwerfen.
© Silke Klaassen- Boehlke
Seelenlied
Wenn du verschwiegen bist,
kannst du durch die Wälder der Jahreszeiten wandern.
Und wenn der Augenblick gekommen ist,
so verneige dich unter den entgegenkommenden Blättern
und erhöre die letzten Gesänge, die von den Bäumen fallen
und im Erdboden verstreichen.
Seelenlieder trösten über Zeiten der Wehklagen
und verbergen sich in dem Rauschen des Waldes,
wenn du verschwiegen bist.
© Silke Klaassen- Boehlke